Zu wenig Zeit zum Sterben

Buchseite und Rezensionen zu 'Zu wenig Zeit zum Sterben' von Steve Cavanagh
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Zu wenig Zeit zum Sterben"

Format:Taschenbuch
Seiten:512
EAN:9783442494040

Rezensionen zu "Zu wenig Zeit zum Sterben"

  1. 4
    13. Mär 2024 

    Rasanter und spannender Reihenauftakt...

    Vor über einem Jahr hat der Strafverteidiger Eddie Flynn vor Gericht einen folgenschweren Fehler begangen – und sich danach geschworen, niemals mehr einen Fall zu übernehmen. Doch nun muss er Olek Volchek, den berüchtigten Paten der New Yorker Russenmafia, gegen eine Mordanklage verteidigen. Volchek droht, Eddies Tochter Amy umzubringen, falls er sich weigert. Und so bleiben ihm nur 48 Stunden Zeit, um das Unmögliche zu schaffen: die Geschworenen von der Unschuld seines schuldigen Mandanten zu überzeugen, das Leben seiner Tochter zu retten – und Volchek für immer aus dem Verkehr zu ziehen... (Verlagsbeschreibung)

    Das nenne ich mal einen Auftakt nach Maß. Gleich wird man mitten ins Geschehen geworfen, die Fakten sind schnell klar. Der Pate der New Yorker Russenmafia fragt nicht erst, er sorgt dafür, dass alles so läuft wie er sich das vorstellt. Er zwingt den Strafverteidiger Eddie Flynn, seinen im Grunde aussichtslosen Fall zu übernehmen - und innerhalb von 48 Stunden zu gewinnen. Sollte dies nicht gelingen, wird Eddies Tochter Amy ermordet, die sich bereits in den Händen der Mafia befindet. Ein Spiel, das Eddie gar nicht gewinnen kann. Und doch beschließt er genau das...

    Eddie Flynn hatte eigentlich beschlossen, nie wieder als Strafverteidiger zu arbeiten, da sein letzter Fall derart fatal endete, dass er alkoholabhängig und arbeitsunfähig wurde und seine Ehe scheiterte. Einzig seine Tochter Amy gab ihm noch Halt, und ihretwegen hat er sich auch in eine Entziehungskur begeben. Und nun das! Eddie muss nun nicht nur innerhalb von zwei Tagen für einen Freispruch seines eindeutig schuldigen "Mandanten" sorgen, ihm muss es gleichzeitig gelingen, dass der Pate Olek Volchek für immer aus dem Verkehr gezogen wird - und mit ihm seine Handlanger.

    Nach dem Motto "unmöglich gibt es nicht" macht sich Eddie also ans Werk und greift dafür tief in die Trickkiste. Vor Gericht macht es Spaß, ihn bei seinen Finten zu beobachten, bangt aber gleichzeitig mit ihm, wie das alles zu bewerkstelligen sein soll. Dabei kommt Eddie seine Vergangenheit zugute - er hat einfach besondere Fähigkeiten, von denen er profitiert, und auch seine zahlreichen Bekanntschaften könnten für ihn von Nutzen sein. Aber wie soll er diese kontaktieren? Und wie Volchek und seine Partner bei Laune halten?

    Zugegeben: nicht alles, was hier erzählt wird, befindet sich im Rahmen des Vorstellbaren. Aber: es wird überaus unterhaltsam und rasant geschildert. Steve Cavanagh schreibt den Leser geradezu schwindelig - ich hatte zwischendurch immer wieder das Gefühl, einen Actionfilm zu lesen... Tatsächlich haben mich die vereinzelten unglaubhaften Szenen hier kaum gestört, irgendwie kommt man kaum dazu, über das Gelesene nachzudenken, weil Cavanagh einen gemeinsam mit Eddie immer weiter treibt. Und ich mag den gewitzten Strafverteidiger, der immer für eine Überraschung gut ist und auch vor Gericht zu verblüffen weiß.

    Da es sich bei diesem Krimi/Thriller um einen Reihenauftakt handelt, ist klar, dass zumindest Eddie diesen Fall überlebt - doch zu welchem Preis? Das herauszufinden macht Spaß, auch wenn der Autor in seinen Schilderungen nicht zimperlich ist. Der Showdown hat es dann noch mal in sich...

    Ich jedenfalls bin gespannt auf die weiteren Fälle und freue mich schon auf Band zwei.

    © Parden

  1. 3
    13. Feb 2024 

    Running Eddie

    Eddie Flynn ist Anwalt in New York. Seine Vergangenheit ist eine ganz andere, aber er hatte Glück, dass Richter Harry Ford sich seiner angenommen hat. Nach einem Fall, der nicht gut gelaufen ist, will Eddie nicht mehr vor Gericht auftreten. Aber er hat die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Russenmafia-Boss Olek Volcheck ist wegen Mord angeklagt. Um Flynn zu überzeugen, für ihn tätig zu werden, entführt er Eddies kleine Tochter Amy. Der Prozess hat schon begonnen und Eddie Flynn muss an allen Fronten kämpfen, um seine Tochter zu retten und Volcheck rauszuhauen. Und er hat nur 48 Stunden Zeit.

    Mit diesem ersten Band um den Anwalt Eddie Flynn geht der Autor gleich in die vollen. Es scheint kaum möglich zu sein, dass Flynn alles schaffen kann. Zunächst einmal muss er herausfinden, was hinter der Anklage steckt. Und er muss sich einiges einfallen lassen, um an Hilfe zu kommen. Wenn er seine Tochter retten will, muss er auch Volcheck retten. Eigentlich ist das kaum möglich, der Fall scheint klar und es gibt einen Zeugen. Doch Eddie Flynn ist ein gewiefter Anwalt, der einige Strategien in petto hat.

    Dieser spannende und rasante Thriller liest sich weg wie nichts. Gerade wenn Eddie im Gerichtssaal agiert und man sich über seine Kniffe und Finten wundert und sich freut, wenn er die anderen gegeneinander ausgespielt hat, macht dieser Roman wirklich Spaß. Allerdings kann es möglicherweise etwas stören, dass einige Szenen wirklich nicht glaubhaft wirken. Man denkt an „Die Hard“ und Bruce Willis und denkt, das funktioniert einfach nicht. Dass ein kleines Mädchen entführt wird, dass schließlich mitbekommt, was mit ihm passiert, erscheint als nicht so guter Aufhänger. Doch jedes Mal, wenn Flynn es schafft aus einer unmöglichen Lage herauszukommen, freut man sich. Ein sehr fesselnder Reihenbeginn, bei dem man sich in manchen Momenten von seinen eigenen Bedenken frei machen muss, um dann eben der wahrhaft rasanten Story zu folgen.

    3,5 Sterne